Die Magistrale, Titos schönste Straße

Es ist gelungen. Aus einer winzigen, etwas abwegigen Idee sind wunderbare Tage an der winterlichen Küste der Kvarner Bucht und Dalamatiens geworden, die rückwirkend auch nicht durch unfreundliches Buspersonal geschmälert wurden. In weniger als 72 Stunden bin ich von Triest, das zuletzt im November mit Höfi und Gerold unser Ziel als  Tribute an Wien-Graz-Triest von 1892 war, über den Rücken Istriens nach Rijeka. Kurz vor der zentralen Stadt der Kvarner Bucht traf ich auf die Magistrale 8, jene Straße die erst in den 1960er Jahren unter Titos Herrschaft unter vielen Mühen zur Belebung der Wirtschaft und höherer Mobilität bis zur Grenze nach Albanien gebaut bzw. ausgebaut wurde.

Meine Stationen waren Senj (ca. 150km), Sibenik (ca. 235 km), Neum in BiH (ca. 245km) und zuletzt Dubrovnik (ca. 70 km). Abschnitte bin ich bereits mit meinem Schatz in den letzten Sommern unter großer Hitze gefahren. So entstand die Idee, diese Straße invers zu fahren. Der Winter also schien mir die rechte Jahreszeit zu sein. Ein TV-Bericht über die Adria Magistrale (Fahrt ins Risiko (4/4) Traumstraße an der Adria) hat mich bewogen, wirklich den Winter als Reisezeit zu wählen, jene Zeit, in der fast nur Einheimische unterwegs sind. Diese Entscheidung hat sich als goldrichtig herausgestellt. Ausser in der Nähe Splits war der Verkehr vernachlässigbar. Ich habe auf den fast 700 km keinen einzigen Rennradfahrer getroffen, ein paar wenig Radfahrer bei Triest (MTB). Laut meinen Aufzeichnungen mit einem Garmin Edge 500 waren es insgesamt rund als 8.000 Hm. Ich navigiere klassisch: bereite mich zu Hause vor und habe immer Karten der Region mit, jedoch tracke ich die Route als riccordo und für andere die es interssiert.

Die Straße lag mir zu Füßen und ich habe diese Einsamkeit, diese eintauchenden bleichen Berge am Meer, diese unendlichen Buchten, diese Ein- und Ausblicke und Ein- und Aussichten genossen. Als Unterkunftsorte habe ich größere Städte gewählt, Senj habe ich noch aus Österreich aus gebucht, was gut war, weil ich sehr spät angekommen bin. An den beiden vollen Radtagen bis ich bereits bei Dunkelheit vor sechs Uhr gestartet. Ich bin jeweisl in die Nacht hinein gefahren. Die Ankunft in Dubrovnik war so geplant, dass ich ca. gegen Mittag angekomme, um die Wärme der „hochstehenden“ Sonne zu genießen.

Die Fahrten in der Dunkelheit haben ein wunderbares Laufrad mit SON28 Nabendynamo und ein herrliches Licht von Busch und Müller ermöglicht. Dieses perfekte Licht in Kombination mit einer sehr guten reflektierenden Jacke von Mavic haben mir ermöglicht, sicher durch die Dunkelheit zu cruisen und sowohl gut zu sehen (auch bei schnellen Abfahrten) und gut gesehen zu werden. Seitdem ich diese Jacke trage, werde ich in großem seitlichen Abständen überholt. Ich bin mit einem sehr liebgewonnen Alu Rennrad von Cannondale (CAAD5) unterwegs, in der Lenkertasche verstaue ich annährend 50 % des sehr geringen Gepäcks, das ich mit mir führe.

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