LEL, der letzte Ruck …

Mensch funktioniert. Also am Vorabend war klar, dass wir vermeiden wollten, am letzen Tag noch 333 km in einem Zug zu machen, wie wir das bei der Fahrt gen Norden taten. Aber da waren wir taufrisch. Am Mittwoch früh wussten wir, das 270 km auch reichen, um ein bisschen müde zu werden. In Market Rasen geschlafen. Und dort um ca. 23:30 eingedrudelt. Nun doch einmal den Luxus von 5 Stunden Schlaf in Anspruch genommen. Sind wieder nass geworden, aber wir nehmen es, wie es kommt. Immer wieder fahren wir mit netten Leuten, die ca. unseren Rhythmus haben. Viele sehr sympathische dabei. 270 km sind nicht so weit, wenn du sie aber am Ende einer halbwegs anspruchsvollen Tour stehen, können sie ganz schön herausfordernd werden. Es geht uns gut. Leider haben die OrganisatorInnen Probleme beim Frühstück liefern. Es wird wieder eine Suppe, was sich aber bei mir als sehr positiv herausgestellt hat. Dann etwas nach 6 Uhr los zum letzen Ruck. Vier Strecken Abschnitte warten auf uns. Da die 100 Stunden ganz sicher nicht zu packen sind, gibt es neue realistischerere: noch am Donnerstag London erreichen und somit das Zeitlimit deutlich zu unterschreiten.

England ist das Land der Hügel. Du packst den einen , saust auf der anderen Seite wieder runter und schon baut sich der nächste vor dir auf. Die härtesten haben die 18% angekratzt, was auf diesm Trip nicht ohne ist. Du schwingst dich durchs Land, vielen hat das aber auch den Nerv gekostet. Es geht gut voran und manchmal wundern wir uns, dass wir einem ca. 70ig-jährigem auf seinem Dreirad nur knapp nachkommen, begleitet von zwei MoltonfahrerInnen. So ergeben sich immer wieder neue Begegnungen, Plaudereien. Komplimente an die Orgas für die selektive gute Strecke. Das Land wir südwärts immer reicher. Gewiss gibt e nachwievor Schafe, aber es gibt gefühlt noch mehr Hügel. Horst und ich schaukeln uns immer wieder nach vorne. Immer wieder treffen wir auf jene, die mit kleinstem Gepäck unterwegs sind uns teils sogar in Hotels übernachten. Etwas was die echten und wahren Randonneurs missachten und auch etwas belächeln, zwei Welten tun sich da auf. Horst und ich machen immer wieder Studien zu Rädern und Gepäckstransport, es gibt da viel mehr, als wir bisher kannten. Überhaupt ist Radeln extrem verbreitet, sehr vielfältig und ambitioniert.

Es wird heiß, die Temperaturen klettern auf mehr als 36 grad Celsius. Viele stöhnen, die hellhäutigen werden rot. Die Hügel zeigen noch einmal was sie können und der extreme Head Wind drückt die Geschwindigkeit. Wir fahren flott, ökonomisch und lassen immer wieder unser übermütiges Element aufblitzen. Die Hügel bauen sich zu einem unüberwindbar scheinenden auf. Immer wieder stehen Leute an der Straße, trinken, beheben eine Panne oder atmen einfach nur durch. Wir fahren ökonomisch, zügig und haben dank Andreas, einem jungen Deutschen mit Navigation, keine Probleme, der komplexen Route zu folgen. Kurz nach Market Rasen sind wir bereits heute früh irgendwo falsch abgebogen und mussten dadurch 7 km zusätzlich in Kauf nehmen. Der Gegenwind bläst und eine kleine Sechsergruppe kämpft sich sicher zum Ziel. Es ist so heiss, dass ich Socken und Trikot ausziehe. Pubs und kleine Shops laden uns zu kleinen erfrischenden Stopps ein. Die Hitze verlangt ihre Opfer. Der Wind lässt erst spät nach. Die Hügel nehmen zu. Sie werden wieder steeper. Wir fahren in die Nacht hinein und extrem welche verwinkelten Routen sie aussuchen. Ohne Navigation ist eine Orientierung extrem schwierig (Details später). Ja und ca um 23:25 langen wir nach einem Pedaldefekt eines Begleiters, den wir aber bei der letzen Kontrollstelle beheben können, in London Loughton ein. Viele sind schon angekommen, manche wirken wie von einem anderen Stern. Horst und ich sind hochzufrieden. Essen ist fast keines mehr da. Viele sehnen sich nach einem Bier, das gibt es leider nicht.

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